Frauen stellen nur rund 30% der rund 7 Millionen Menschen, die in Europa in der Informations- und Telekommunikationsbranche arbeiten. Bis 2015 rechnet die EU-Kommission aber mit bis zu 700.000 unbesetzten Stellen in der IT-Branche. Am Girls in IT-Tag diskutierten Experten und EU-Abgeordnete, wie mehr Frauen und Mädchen für die Branche begeistert werden könnten.
[[image1]]Live aus den USA zugeschaltet kommentierte Sheryl Sandberg, als COO eine der einflussreichsten Führungsfiguren des Sozielen Netzwerkes Facebook, das Problem: „Der Mangel von Frauen in Führungspositionen und in der IKT-Branche verursacht für unsere Gesellschaft hohe Kosten. Die Verluste bei den Beschäftigungszahlen entstehen, weil einfach nicht genug Menschen für die freien Stellen zur Verfügung stehen.“
Sandberg zitierte Zahlen, nach denen von 1000 europäischen Frauen mit einem Bachelor-Abschluss nur 29 aus der IT-Branche stammten. Und nur 4 von 1000 Frauen mit einem Bachelor würden tatsächlich im IKT-Sektor arbeiten.
… sagen sie lieber sie habe Führungsqualitäten
Wie aber lassen sich weibliche Fachkräfte besser fördern? Wichtig sei hier ein kultureller Wandel, forderte Sandberg: „Das nächste Mal, wenn sie ihrer kleinen Tochter sagen, sie sei vorlaut, sagen sie lieber sie habe Führungsqualitäten.“
Auch die italienische EVP-Abgeordnete Amalia Sartori, die den Industrieausschuss des Europaparlaments leitet, wünscht sich mehr Frauen im Telekommunikationssektor.
Unterstützung erhielt sie von Neelie Kroes, der Vizepräsidentin der EU-Kommission, verantwortlich für die digitale Agenda: “ Marilyn Monroe hat einmal in einem Lied gesagt, Diamanten sind die besten Freunde einer Frau. Das stimmt nicht. Fähigkeiten im IKT-Sektor sind die besten Freunde einer Frau. Und ich versichere ihnen, wenn sie diese Fähigkeiten haben, kommen auch die Diamanten.“
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